Mittwoch, 10. Februar 2010

Wissenskonstruktion

Herzlichen Glückwunsch. Sie haben Stufe III verlassen und sich an Stufe IV versucht. "Die Stufe IV kann als abgeschlossen betrachtet werden, wenn eine gemeinsam erarbeitete, kollaborative E-tivity zu einem vereinbarten Ergebnis geführt hat." Wenn unsere Präsentation heute Abend als das "vereinbarte Ergebnis" durchgeht, würde ich sagen: Ziel erreicht. Und da lese ich direkt von der Erlaubnis, die Stufen auch wieder runter zu springen: "Die Teilnehmenden sind nun leicht in der Lage, die Stufen nach Belieben zu wechseln." Ein "Rückfall" zum Informationsaustausch (oder gar zur Online-Sozialisation oder der Motivation?) ist also erlaubt...

Sonderlich textbasiert und asynchron war unsere Interaktion zur "Wissenskonstruktion" eigentlich nicht. Wir haben uns natürlich nicht zum Material sichten und lesen verabredet, aber der Austausch über das Material und die Planung für die Präsentation fand am Telefon statt und ich denke, das war genau richtig, um Missverständnisse zu vermeiden und Rückfragen etc. direkt klären zu können. Haben wir damit die Vorgabe unterwandert, die besagt, man möge doch ab Stufe IV möglichst online interagieren? Hauptsache wir haben viel gedacht, denn "denken ist bekannterweise der Schlüssel, um Informationen zu erschließen und nützlichen zu machen" (McDermott, 1999).*

Die vier Zeilen von "Lauzon, 2000" würde ich als "man lernt dazu" zusammenfassen und dem zustimmen. Aber gehören "bekannte Rezepte" nicht zu den "eigenen Erfahrungen"? Vermutlich sind nicht eigene, bereits gemachte Erfahrungen gemeint, sondern eher neue Erfahrungen, d.h. man nutzt zwar alte Muster bzw. hat sie im Hinterkopf und baut vielleicht darauf auf, probiert aber Neues aus. Oder?

Und wie verhalten sich denn Online-Autoren, wenn nicht als Vermittler von Wissen?
Steigt man auf der Leiter wieder eine Stufe weiter, von Informant zu Online-Autor, wenn man eins und eins zusammenzählen kann? Auch die Entwicklung von tacit knowledge hört sich erstmal etwas esoterisch an, aber da lasse ich mich gerne eines Besseren belehren, denn wenn ich mir dessen bewußt wäre, wär wohl auch was schief gelaufen :)

Das mit den Zündfunken hat sicher funktioniert. Da gab es diverse Fragen, auf die man ziemlich viel (manchmal auch gar nichts) hätte antworten können, aber eben nicht ja oder nein.

Die Rolle des Moderators sehe ich eigentlich eher im Hintergrund. Er muss eine klare Aufgabe stellen, Hinweise geben bzw. Material bereitstellen und da sein, wenn man ihn braucht. Ein "Weber" im Hintergrund, wie Salmon es beschreibt hat mir jedenfalls nicht gefehlt. Vielleicht wäre es interessant gewesen, mehr von den anderen Konstruktionen mitzukriegen, aber dass hätte wiederum mehr Zeit gekostet und vermutlich noch mehr Fragen aufgeworfen, als so schon zu klären waren...

Und so wechseln wir dann alsbald von der Konstruktion in die Entwickung und werden den Unterschied bestimmt auch bald begreifen, wenn wir denn genug denken!


* Wunderbarer Satz! An der Stelle habe ich mich kurz gefreut, keine wissenschaftlichen Texte mehr schreiben zu müssen... :)

Kommentare:

  1. Liebe Yvonne,
    Du bist ja diesmal die Erste mit Deiner Reflektion und ich habe das entsprechende Kapitel noch nicht einmal gelesen (mache ich aber heute wahrscheinlich noch ... ;)
    Ich habe es ja gestern abend schon gesagt: mir kam es auch seltsam vor, von den anderen Tandems der Wissenskonstruktion so gar nichts mitzubekommen. Das zu organisieren, wäre wahrscheinlich schwierig gewesen, da gebe ich Dir recht. Allerdings hatte ich vielleicht auch dehalb den Eindruck, dass unsere Ergebnisse trotz Wiederholungen und Überlappungen etwas zusammenhanglos nebeneinander standen.
    Aber dafür war der Austausch und die Zusammenarbeit mit dem Tandem-Partner umso intensiver.

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  2. Ich habe mir Florians Disziplin-Credo zu Herzen genommen :)

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  3. Ob wir nach Gilly's Definition eine Stufe erreicht haben, ist meiner Meinung nach nur eine Frage der Messlatte. Denn wir haben uns alle z.B. auch online ausgetauscht - dass wir dies nicht in der Quantität getan haben, die Gilly 'vorsieht' liegt doch lediglich daran, dass die Berabeitungszeiträume für die Aufgaben und unser aller private Zeit knapp ist. Und 'online' ist ja doch eigentlich alles, was nicht 'face-to-face' ist, oder? :-)

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  4. "Man lernt dazu"... Ich hab gerade sehr gelacht :-D!!

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