Montag, 22. März 2010

Online-Tutoring

Für ein Online-Seminar verantwortlich zu sein, war in vielerlei Hinsicht eine neue Erfahrung: Vorher ist man gefordert, sich mit Technikdetails auseinanderzusetzen, die man sonst nicht nutzt. Man muss sich über Thema, Seminarziel, Methodik, Drehbuch und Zeitplan Gedanken machen. Während des Seminars merkt man schnell, ob die Rechnung aufgeht und spätestens jetzt wird einem bewusst, wie schnell Zeit doch vergeht, wenn man selbst aktiv ist. Wie wichtig für einen ungestörten Ablauf ein strukturiertes und durchdachtes Drehbuch und ein routinierter Umgang mit der Technik sind.

Die Vorbereitungsphase war im Vergleich zu den vorherigen Aufgaben recht einsam. Ein bisschen mehr Austausch wäre schön gewesen – um zu sehen, wie die anderen an die Aufgabe herangehen, wie sie ihr Drehbuch aufstellen und wie sie entscheiden, was wichtig ist und was nicht und um vertiefter zu diskutieren, wie man der Rolle als Moderator am besten gerecht wird. Allerdings steht einem bei der Seminarplanung im Normalfall auch niemand zum Händchenhalten zur Seite.

Beim Thema Händchenhalten sind wir wieder bei Gilly Salmon und der letzten Stufe des 5-Stufen-Modells: Entwicklung. Der Lerner übernimmt Verantwortung für seinen Lernprozess. Ich würde sagen, dass machen wir eigentlich schon von Anfang an. Nur vielleicht in kleineren „Portionen“. Abschließen kann man diese Stufe wohl nicht, und die richtige Übertragung in die Praxis kommt ja jetzt erst.

Noch mal zurück zum Seminar: Spannend war für mich auch die Frage, wie man ein Thema findet, das in 15 Minuten passt. Oder wie man ein Thema für 15 Minuten passend macht. Oder ob man in Kauf nimmt, ein Thema nur anzureißen zu können, und damit den Raum lässt, das Thema weiterzuverfolgen ohne den Teilnehmer das Gefühl zu vermitteln, man würde sie im Regen stehen lassen. Manchmal reicht vielleicht eine Frage aus, um einen Reflexionsprozess in Gang zu setzen (zum Beispiel über die Gestaltung der Blog-Einträge). Manchmal reicht vielleicht ein Zitat aus Studienergebnissen (hier: Schulmeister), um Bedenken zu zerstreuen oder Annahmen ein Stückweit zu widerlegen und zu einer veränderten Einstellung oder Erwartungshaltung beizutragen. Auch das ist Lernen.

Mir hat es jedenfalls Spaß gemacht, das Thema vorzubereiten und das Seminar zu halten, und zwar sowohl auf der inhaltlichen, als auch auf der technischen Ebene. Gruppen in verschiedene Räume zu beamen ist schon cool :)

Disclaimer: An dieser Stelle wird zu Studienzwecken bewusst auf eine lyrisch tief greifende und zu Kommentaren anregende Frage verzichtet... :)

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