Mittwoch, 23. Februar 2011

Neulich in Belgrad

Was man als Erstes lernt, wenn man in Belgrad ankommt, ist schwarzfahren. Man hat zwar immer ein Ticket dabei, kostet ja umgerechnet auch nur ein paar Cent, aber abstempeln? "Nöh", sagt Senka im Bus vom Flughafen in die Innenstadt. "Erst, wenn die gelben Westen kommen." Sie muss es wissen, es ist ihre Stadt. Die Erklärung ist allerdings auch sehr einleuchtend. Im wahrsten Sinne des Wortes. Fahrkartenkontrolleure haben nämlich netterweise grellgelbe Warnwesten an. Die sieht man auch als von Kurzsichtigkeit geplagter Mensch auf 500 Meter Entfernung, selbst wenn man die Sehhilfe mal vergessen haben sollte.

Als Zweites lernt man (wenn man die große Auswahl im Flughafen aufgrund der vergessenen Sehhilfe missachtet haben sollte), die schier unerschöpfliche Auswahl an Rakija kennen. Belgrad-Besuchern sei die Rakia Bar in der Dobračina 5 empfohlen.

Spätestens an dritter Stelle kommt dann auch schon der serbische Nationalheld Nikola Tesla. Den hätte man auch schon bei der Flugbuchung entdecken können, schließlich heißt der Flughafen in Belgrad Aerodrom Nikola Tesla und rein theoretisch hätte man ihn auch schon im Schulunterricht kennenlernen sollen, aber das ist ganz praktisch eher selten der Fall. Nikola wer? 

Für das Projekt orient express reporter ist dieser Beitrag über Tesla entstanden (mit großartiger Unterstützung vom Belgrad-Team). Letztlich hat es ihn "getroffen", weil beispielsweise Sprachwissenschaftler aus Belgrad nicht über serbisch-kroatische Besonderheiten sprechen wollten. Mit der Beziehung der beiden Länder ist es halt so eine Sache. Was natürlich nicht heißen soll, Tesla wäre nicht spannend. Ganz im Gegenteil...

Und es gibt natürlich noch mehr spannende Themen: Selling Serbia, a PR nightmare von Rose, Serbia, Europe and obsessions with history von Aaron, Serbian psycho von Federico und tolle Fotos von Damien. Übersetzung der Texte bald auch online. Schön war's!

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