Sonntag, 18. Dezember 2011

Literatur verwalten mit zotero



Das berufsbegleitende Verfassen wissenschaftlicher Texte kann einem schon ab und an den letzten Nerv rauben. Dazu muss man nicht mal 80 Datenträger benutzen. Das allein wäre aber auch schon beinahe eine Leistung... Mehr dazu, schön aufgeschrieben, hier.

Bei Texten, die über die Länge einer Hausarbeit hinausgehen, steigt logischerweise die Zahl der Quellen. Die gute Nachricht ist, es gibt Hilfe – in Form von Software, die beim Sortieren und Archivieren hilft. Zotero ist zum Beispiel so eine (kostenlose) Hilfe. Das Programm wird als Addon in den Firefox von Mozilla integriert und funktioniert ganz wunderbar. „Zotero untersucht – vor allem englischsprachige – Webseiten wie digitaleBibliotheken, Online-Bibliothekskataloge (OPAC), Google Scholar und Amazon.com auf bibliografische Informationen und speichert diese per Mausklick in einer lokalen Datenbank“, fasst wikipedia zusammen, was zotero kann, download hier. Eine ausführliche Beschreibung mit Vor- und Nachteilen findet sich bei e-teaching.org.

Ein paar Anmerkungen nach einer Woche Testphase. Was man nicht tun sollte: Download-Dateien löschen, so lange man sie nicht da gespeichert hat, wo man sie braucht. Gilt nicht nur für die Verwendung von zotero... Kein weiterer Kommentar. Am besten einen Ordner „Literatur“ anlegen und immer alle Dateien sofort genau dort ablegen und in zotero archivieren. Wer ganz diszipliniert ist, kann alle Einträge in zotero auch direkt vertaggen. Das hilft sicher bei umfangreichen Datenbanken. Bei mir reicht die Disziplin dafür gerade nicht. Was schnell und einfach funktioniert, ist die Übernahme von bibliografischen Daten zu Texten die ISBN oder ISSN-Nummern haben. Einfach Nummer eingeben und schon sind alle Daten in der Datenbank (Autor, Titel, Jahr, Verlag, Ort etc.). Praktisch ist auch die Möglichkeit, PDF-Dateien direkt mit einem Eintrag in der Datenbank abzuspeichern. Dabei sollte man möglichst nicht versehentlich nur den Link zur Datei anhängen, sondern bitte gleich eine gespeicherte Kopie der Datei anhängen – sonst geht die Sucherei bei versehentlichem Verschieben von Dateien wieder von vorne los. Aber wer schön brav seinen Ordner angelegt hat, wird damit ja jetzt keine Probleme mehr haben... Etwas nerviger ist die händische Eingabe von Beiträgen. Dauert halt länger, als eine Nummer einzutippen.

Aus der Datenbank heraus lassen sich die bibliografischen Angaben für ein Literaturverzeichnis exportieren. Mit zwei Klicks landet man bei der Auswahl des Lieblingszitationsstils und darf dann zwischen American Political Science Association, American Psychological Association 6th Edition, Chicago Manual of Style, Harvard Reference format 1 oder diversen anderen auswählen. Ein großer Spaß ist das Austesten der Unterschiede aller angebotener Zitationsstile (Vorname abgekürzt oder ausgeschrieben, Komma zwischen Nachname und Jahreszahl oder eben nicht, Angabe im Text oder in der Fußnote etc., etc.) - fällt entfernt unter wissenschaftliche Prokrastination, würde ich sagen. Jedenfalls sollte man für die Bearbeitung des Literaturverzeichnisses noch ausreichend Zeit einplanen. Der Knopfdruck funktioniert zwar gut, aber das Ergebnis sieht dann doch nicht ganz so aus, wie man das gerne hätte. Aber das wäre vielleicht auch ein bisschen viel verlangt - für einen kostenlosen Helfer. 

zotero funktioniert (noch?) nicht mit iWork (Pages) für Mac, aber alternativ mit Word für Mac oder in der kostenlosen Variante mit open office. Dokumentation zu zotero-Funktionen auf Deutsch hier. Wer mehr Funktionen braucht und/oder Geld ausgeben möchte wirft einen Blick auf EndNote (Windows & MAC OS X) oder Citavi (bislang nur Windows, in der Basisversion kostenlos).

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